Ratgeber

Wann sollten Sie Ihre Winterreifen wechseln?

30. März 2026 Lesezeit: 5 Min.

Jedes Jahr im Herbst stellt sich dieselbe Frage: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um auf Winterreifen zu wechseln? Zu früh montiert, nutzen sich die weicheren Winterpneus auf warmem Asphalt unnötig ab. Zu spät gewechselt, riskieren Sie Ihre Sicherheit auf glatten Strassen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie den optimalen Zeitpunkt finden — und worauf Sie in der Schweiz besonders achten müssen.

Die O-bis-O-Regel: Von Oktober bis Ostern

Die bekannteste Faustregel für den Reifenwechsel in der Schweiz lautet: Winterreifen von Oktober bis Ostern — kurz die «O-bis-O-Regel». Diese Eselsbrücke hat sich über Jahrzehnte bewährt und wird auch vom TCS (Touring Club Schweiz) empfohlen.

Der Hintergrund ist simpel: Im Oktober sinken die Temperaturen in weiten Teilen der Schweiz regelmässig unter 7 °C, und um Ostern herum — je nach Jahr Mitte März bis Mitte April — stabilisieren sie sich wieder über diesem Wert. Da Ostern jedes Jahr an einem anderen Datum stattfindet, sollten Sie die Regel nicht allzu starr anwenden, sondern als Orientierung nutzen.

Unser Tipp: Wechseln Sie im Herbst lieber eine Woche zu früh als eine Woche zu spät. Ein überraschender Kälteeinbruch kann jederzeit kommen, und mit Sommerreifen auf Reif oder Schnee sind Sie ein Sicherheitsrisiko — für sich selbst und für andere.

Temperatur als Richtwert: Die 7-Grad-Regel

Noch zuverlässiger als ein Datum im Kalender ist die Aussentemperatur. Die Gummimischung von Sommerreifen ist für Temperaturen über 7 °C optimiert. Bei niedrigeren Temperaturen verhärtet die Mischung, der Reifen verliert an Elastizität und die Haftung auf der Strasse nimmt spürbar ab — selbst auf trockener Fahrbahn.

Winterreifen hingegen bestehen aus einer weicheren Gummimischung mit einem höheren Silica-Anteil. Diese Mischung bleibt auch bei Kälte geschmeidig und sorgt für kürzere Bremswege. Hinzu kommen Lamellen im Profil — feine Einschnitte, die sich wie kleine Greifer in Schnee und Eis verkrallen und so die Traktion verbessern.

Konkret bedeutet das: Sobald die Temperaturen morgens regelmässig unter 7 °C fallen, sollten Sie Winterreifen montiert haben. Im Frühling gilt das Umgekehrte: Wenn die Temperaturen dauerhaft über 7 °C liegen, ist es Zeit für die Sommerreifen, denn Winterreifen nutzen sich auf warmem Asphalt schneller ab und erhöhen den Bremsweg bei Wärme.

Gesetzliche Lage in der Schweiz

Anders als in Deutschland oder Österreich kennt die Schweiz keine gesetzliche Winterreifenpflicht. Sie dürfen also theoretisch das ganze Jahr über mit Sommerreifen fahren. Doch Vorsicht: Das bedeutet nicht, dass es keine Konsequenzen gibt.

Gemäss Strassenverkehrsgesetz (SVG) muss Ihr Fahrzeug jederzeit betriebssicher sein. Wer bei winterlichen Verhältnissen mit Sommerreifen unterwegs ist und den Verkehr behindert — etwa weil das Auto an einer Steigung nicht mehr weiterkommt — riskiert eine Busse. Noch gravierender sind die versicherungsrechtlichen Folgen: Bei einem Unfall auf Schnee oder Eis mit Sommerreifen kann Ihre Kaskoversicherung die Leistungen kürzen oder die Haftpflicht auf Sie zurückgreifen — wegen Fahrlässigkeit.

Auf bestimmten Strecken, insbesondere Bergpässen und Zufahrten zu Wintersportorten, können zudem Schneekettenpflicht oder Winterreifenpflicht signalisiert werden. Diese lokalen Vorschriften sind dann verbindlich.

Profiltiefe prüfen: So wissen Sie, ob Ihre Reifen noch sicher sind

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe in der Schweiz beträgt 1,6 mm. Doch diese Grenze ist das absolute Minimum und in der Praxis für Winterreifen viel zu wenig. Der TCS und die meisten Reifenhersteller empfehlen, Winterreifen spätestens bei einer Restprofiltiefe von 4 mm auszutauschen.

Warum? Die Lamellen und Profilrillen, die für die Haftung auf Schnee und die Ableitung von Wasser verantwortlich sind, verlieren unterhalb von 4 mm deutlich an Wirkung. Das Risiko von Aquaplaning steigt, und der Bremsweg auf nasser oder verschneiter Fahrbahn verlängert sich erheblich.

So messen Sie die Profiltiefe

Am einfachsten geht es mit einem Profiltiefenmesser, den Sie für wenige Franken im Fachhandel erhalten. Alternativ können Sie eine Zwei-Franken-Münze verwenden: Stecken Sie die Münze in die Profilrille. Steht der Sockel der Helvetia (der untere Rand der Figur) noch vollständig im Profil, sind es noch mindestens 4 mm. Ist er sichtbar, sollten Sie handeln.

Messen Sie die Profiltiefe an mehreren Stellen des Reifens — in der Mitte und an beiden Rändern. Ungleichmässige Abnutzung kann auf falsche Achseinstellung, falschen Reifendruck oder defekte Stossdämpfer hinweisen.

Tipps für den Reifenwechsel in der Region Winterthur

Winterthur liegt auf rund 440 Metern über Meer und ist in den Herbst- und Wintermonaten regelmässig von Kälte und Nebel betroffen. Die umliegenden Hügel — das Tösstal, das Weinland, die Wege Richtung Turbenthal oder Fischenthal — können bei Schneefall schnell zur Herausforderung werden. Ein rechtzeitiger Wechsel auf Winterreifen ist in der Region daher besonders wichtig.

Unser Tipp: Buchen Sie frühzeitig. In den Wochen rund um den ersten Frost sind Werkstätten in Winterthur oft ausgebucht. Die Wartezeiten können mehrere Wochen betragen. Mit unserem mobilen Reifenservice umgehen Sie das Problem: Wir kommen direkt zu Ihnen nach Hause, ins Büro oder an einen anderen Standort in Winterthur und der gesamten Region — und das meist innerhalb weniger Tage.

Sie sparen sich die Fahrt zur Werkstatt, das Warten im Warteraum und den Rücktransport. Stattdessen wechseln wir Ihre Reifen bequem bei Ihnen vor der Tür — professionell, mit Profi-Equipment und zum fairen Preis. Natürlich prüfen wir dabei auch gleich den Zustand Ihrer Reifen und beraten Sie, ob ein Ersatz nötig ist.

Bereit für den Reifenwechsel?

Wir kommen zu Ihnen in Winterthur und der Region. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns — wir melden uns schnellstmöglich.

FAQ zum Winterreifenwechsel

Nein, in der Schweiz gibt es keine generelle Winterreifenpflicht. Allerdings kann eine Busse drohen, wenn Sie bei winterlichen Verhältnissen den Verkehr mit ungeeigneter Bereifung behindern. Zudem kann Ihre Versicherung bei einem Unfall mit Sommerreifen auf Schnee die Leistungen kürzen.
Die O-bis-O-Regel ist eine Eselsbrücke: Winterreifen sollten von Oktober bis Ostern montiert sein. In der Schweiz hat sich diese Faustregel bewährt, da in diesem Zeitraum mit Temperaturen unter 7 °C und winterlichen Strassenverhältnissen zu rechnen ist.
Gesetzlich vorgeschrieben ist in der Schweiz eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Experten und der TCS empfehlen jedoch, Winterreifen spätestens bei 4 mm Restprofil zu ersetzen, da die Haftung auf Schnee und Nässe ab dieser Grenze deutlich nachlässt.

Weitere Artikel